Gedanken zu den Tageslosungen vom 6. bis 11. April 2020

Montag, 6. April – Tageslosung: Jesus spricht: Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeu-ge. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme. (Johannes 18,37) 

Stellen wir uns vor, wir sitzen im Gerichtssaal, vor uns der Angeklagte, gegenüber der Richter. “Also”, sagt der Richter, “was können Sie zu Ihrer Verteidigung vorbringen”? 

“Ich bin dazu geboren und in die Welt gekom-men, dass ich die Wahrheit bezeuge”, sagt der Angeklagte. Oh – mit dieser Antwort hat der Richter nicht gerechnet. “Was ist Wahrheit?“, denkt er sich und fängt an zu grübeln. 

So ähnlich hat es sich nach dem Johannesevangelium vor knapp 2000 Jahren ereignet, als Jesus von Pilatus verhört wurde. Und genau wie Pilatus damals fragen wir uns auch heute manchmal: Was ist Wahrheit? 

Es ist häufig gar nicht so einfach, zwischen den verschiedenen Berichterstattungen einen klaren Überblick zu behalten. Und zu beurteilen, was Fakten oder was eine Verschwörungstheorie ist, ist auch nicht immer leicht. Aber es ist gut, sich hin und wieder die Frage zu stellen: Was ist Wahrheit? Das Johannesevangelium sagt, Jesus bezeugt die Wahrheit. Was ist Wahrheit? Ist das Gott? Ist das Jesu Botschaft, die von Umkehr, von Nächstenliebe und vom Himmelreich spricht? 

Ich lade Sie ein, selbst einmal ins Grübeln zu kommen: Was ist für mich Wahrheit? Und was heißt es für mich, wenn Jesus diese Wahrheit bezeugt?

Janina Wölfel 

Dienstag, 24. März – Tageslosung: Darum lassen auch wir nicht ab, für euch zu be-ten und zu bitten, dass ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis sein. (Markus 4, 40) 

Ist das ein Vorwurf? Oder ist es Verwunderung? Oder eine echte Frage? 

Die Jünger sind mit Jesus im Boot in einen Sturm geraten. Die Wellen schlagen ins Boot. Es bekommt Schieflage und droht zu sinken. Sie fürchten sich und zittern. Wer kann es ihnen verdenken? 

Klar: Jesus sitzt mit im Boot. Manches haben Sie auch schon mit ihm erlebt: Wie wortgewaltig er von Gott spricht, welche Macht er hat und wie Kranke heilt. Aber dieser Sturm, diese Naturgewalt – wer sollte dem Stand halten? 

Zwischen Zweifel, Vertrauen und Hoffnung schwanken wir auch immer wieder. Die Jünger sind uns sehr nahe. „Herr, ich glaube, hilf meinem Unglauben!“ So heißt es in der Jahreslosung. 

Glauben als Vertrauen in bedrohli-chen Zeiten ist ein Geschenk. Es nährt sich aus Erfahrung, aus denen, die ich selbst gemacht ha-be und auch aus denen, die andere mir erzählen und mir Mut machen. Diese brauche ich wie die tägliche Nahrung. Sie liegen in der Bibel bereit. Da ist es gut, darin täglich neu zu lesen, zu hören und zu beten. Das soll mein Beitrag sein. Und davon will ich weitererzählen, gerade in stürmischen Zeiten. 

Thomas Meister 

Mittwoch, 8. April – Tageslosung: Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus. (Psalm 51,14) 

Wir sind in einer Wüstenzeit, die Passionszeit ist hautnah zu erleben. 

Wie geht es Ihnen mit den Einschränkungen in der persönlichen Freiheit in diesen Tagen? Die meisten sagen: Ja, es macht Sinn! Der Gesundheitsschutz, gerade der älteren Menschen und der Vorerkrankten muss vorgehen! 

Aber daheim bleiben müssen, keine persönlichen Kontakte pflegen können, das ist schon hart. Bei meinen Telefonaten höre ich so auch beides: Die Zustimmung und die Klage, Gelassenheit und Ungeduld. 

Hilfsangebote gibt es einige. Viele sind bereit, Einkäufe zu übernehmen oder anderweitig zur Seite zu stehen. Auch wir als Kirchengemeinde bieten uns ja an. Wir organisieren etwas für Sie und telefonieren auch gerne, damit die Zeit nicht zu sehr an den Nerven zehrt. Und so halten wir alle zusammen, damit Gott uns mit einem „willigen Geist“ ausstatten kann, diese Zeit durchzustehen. 

„Komm, Heilger Geist, mit deiner Kraft, die uns verbindet und Leben schafft!“ (EG 564) 

Thomas Meister 

Donnerstag, 9. April – Tageslosung/Lehrtext: Als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg.  (Markus 14, 26) 

Der Lehrtext für den heutigen Gründonnerstag stammt aus dem Markusevangelium im 14. Kapitel. Nachdem Markus vom Abendmahl Jesu mit den Jüngern berichtet hat, ist folgender Satz zu lesen: „ Als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg“. Das Abendmahl wird oft auch mit dem Namen Eucharistie, also Danksagung, benannt. Das Abendmahl, eigentlich der ganze Gottesdienst ist Danksagung an Gott. Menschen haben immer wieder allen Grund, Gott dankbar zu sein. Dies muss man sich gerade in den jetzigen Zeiten bewusst machen. 

Immer wieder berichten Gläubige davon, dass Gott ihr Gebet erhört hat. Auch die Erzählungen in der Bibel zeigen uns einen Gott, der sich rettend den Menschen zuwendet. Und schließlich ist Gott in seiner Herrlichkeit und damit um seiner selbst willen zu loben. Weil Gott Gott ist, deshalb können und sollen wir ihn loben. Dieses Gotteslob ist auch zugleich eine Wohltat für die Menschen. Indem der Mensch Gott lobt, kann er von sich selbst absehen. Er gewinnt Distanz auch von seinen Ängsten, genauso wie von seinen Begierden. Das Gotteslob ist eine Wohltat für uns Menschen, gerade auch dann, wenn uns ein schwieriger Weg bevorsteht. 

Dr. Dieter Kuhn 

Karfreitag, 10. April – Tageslosung: Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewi-ge Leben haben. (Johannes 3,16) 

Bei diesen Worten fällt mir zuerst Weihnachten ein. So sehr liebt uns Gott, dass er uns ganz nahe kommen will. Er wird Mensch, wird klein und wehrlos und erreicht so unsere Herzen und gewinnt unser Vertrauen. Gott will, dass wir nicht in Angst, in Schuld, im Tod verloren sind – aus Liebe. 

Es gibt Weihnachtsbilder, da hängt oben am Balken des Stalles schon das Kreuz, das auf dieses Kind in der Krippe wartet. Jesus geht seinen Weg durch die Welt, nichts Menschliches ist ihm fremd. Er kennt Angst, Leiden, ja, er kennt auch den Tod. Es ist unbegreiflich, aber durch Jesus, durch sein Leiden und Sterben, werden wir heil. Nur der, der unser Leben ganz kennt und es bis hin zum Tod durchschritten hat, kann uns von Angst und Tod erlösen. Jesus ist unsere Rettung, unser Heil, wir sind nicht verloren. Darum gibt Gott ihn, seinen Sohn – aus Liebe zu uns. 

Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. (EG 91,1) 

Amen 

Andrea Möller 

Samstag, 11. April – Tageslosung: Christus hat unsere Sünden selbst hinaufgetragen an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben. (1. Petrus 2, 24) 

Was hatten die Menschen gedacht? Sie hätten einen Verbrecher ans Kreuz genagelt. Sie hätten dem Nazarener und seiner Bewegung ein Ende gesetzt. 

Aber sie haben sich getäuscht. So radikal getäuscht! Kein Verbrecher, kein endgültiger Tod, kein Ende der Bewegung. Im Gegenteil. 

Aus dem Kreuz wächst neues Leben. Die Menschen erleben und begreifen: Jesu Gang ans Kreuz war keine Niederlage, für Jesus nicht und auch für uns nicht. Er war der Sieg über Sterben und Tod. Jesus ist stellvertretend für uns gestorben. Der Weg zu Gott ist frei. Unsere Sünden sind keine unüberwindbare Barriere mehr. Durch Jesu Auferstehung haben auch wir neues Leben. Aus lauter Gnade können wir aufleben und als Gerechtfertigte weiter gehen. 

Morgen ist Ostern. Und sein Licht strahlt uns schon entgegen. 

Thomas Meister 

Gebet für Palmsonntag, 5. April 2020

Das Gebet zum heutigen Tag wird/wurde um 12 Uhr auch in St. Gumbertus gebetet.

aus Psalm 91

Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt,

der spricht zu dem HERRN: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.

Denn er errettet dich vom Strick des Jägers und von der verderblichen Pest.

Er wird dich mit seinen Fittichen decken, und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln.

Seine Wahrheit ist Schirm und Schild, dass du nicht erschrecken musst vor dem Grauen der Nacht,

Denn der HERR ist deine Zuversicht, der Höchste ist deine Zuflucht.

Es wird dir kein Übel begegnen, und keine Plage wird sich deinem Hause nahen.

Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen,

dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.

Gott spricht: 
»Er liebt mich, darum will ich ihn erretten; 
er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen.

Er ruft mich an, darum will ich ihn erhören; ich bin bei ihm in der Not, ich will ihn herausreißen und zu Ehren bringen.

Ich will ihn sättigen mit langem Leben und will ihm zeigen mein Heil.«

Gebet 

Jetzt, mein Gott, täten Engel gut.
An unserer Seite und um uns herum.
Denn wir brauchen Mut.
Und Phantasie.
Und Zuversicht.
Darum: Sende deine Engel.
Zu den Kranken und zu den Besorgten. 

Sende deine Engel zu denen, die anderen zu Engeln werden: 
Ärztinnen und Pfleger, 
Rettungskräfte und Arzthelferinnen,
alle, die nicht müde werden, anderen beizustehen.

Sende deine Engel zu den Verantwortlichen 
in Gesundheitsämtern und Einrichtungen,
in Politik und Wirtschaft.
Und zu den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern 
auf der Suche nach Heilmitteln und Impfstoffen.

Sende deine Engel zu denen,
die durch die Pandemie in wirtschaftliche Not gekommen sind und um ihre Existenz bangen.

Sende deine Engel auch zu denen, 
an die kaum jemand denkt – jetzt in der Zeit der Pandemie:
Die Menschen auf der Straße, 
die Armen, 
die Geflüchteten in den Lagern in Griechenland 
und im türkisch-griechischen Grenzgebiet.

Jetzt, mein Gott, tun uns die Engel gut.
Du hast sie schon geschickt.
Sie sind ja da, um uns herum.
Hilf uns zu sehen, was trägt.
Was uns am Boden hält und mit dem Himmel verbindet,
mit dir, mein Gott.
Denn das ist’s, was hilft und tröstet.
Jetzt und in Ewigkeit.
Amen

(nach einem Gebet von Pfarrerin Doris Joachim, EKHN)

Pfarrerin Andrea Möller

Gebet für Samstag, 4. April 2020

Das Gebet zum heutigen Tag wird/wurde um 12 Uhr auch in St. Gumbertus gebetet.

Ich lese Verse aus Psalm 102 

1 Ein Gebet für den Elenden, wenn er verzagt ist und seine Klage vor dem HERRN ausschüttet. 

2 HERR, höre mein Gebet und lass mein Schreien zu dir kommen! 3 Verbirg dein Antlitz nicht vor mir in der Not, / neige deine Ohren zu mir; wenn ich dich anrufe, so erhöre mich bald!…

18 Er wendet sich zum Gebet der Verlassenen und verschmäht ihr Gebet nicht. 

19 Das werde geschrieben für die Nachkommen; und das Volk, das er schafft, wird den HERRN loben. 

20 Denn er schaut von seiner heiligen Höhe, der HERR sieht vom Himmel auf die Erde, 

21 dass er das Seufzen der Gefangenen höre und losmache die Kinder des Todes, …

24 Er demütigt auf dem Wege meine Kraft, er verkürzt meine Tage.

25 Ich sage: Mein Gott, nimm mich nicht weg / in der Hälfte meiner Tage! Deine Jahre währen für und für. 

26 Du hast vorzeiten die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk. 

27 Sie werden vergehen, du aber bleibst; sie werden alle veralten wie ein Gewand; wie ein Kleid wirst du sie wechseln, und sie schwinden dahin. 

28 Du aber bleibst, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende. 

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen

Allmächtiger, barmherziger Gott,

zu dir kommen wir, denn du hast die Macht zu helfen – und wir vertrauen auf deine Liebe, dass du uns hörst und erhörst.

So bitten wir dich auch heute wieder für unser Land und diese Welt:

Mach dieser Krankheit ein Ende. Wehre dem Leiden, stärke die Kranken, ermutige die Ängstlichen, steh bei den Sterbenden. 

Wir bitten dich aber auch: Mach diese besondere Zeit zu einem besonderen Segen. Wecke die Gleichgültigen auf, schenke den Satten und Zufriedenen eine Sehnsucht nach dir und einen Hunger nach dem Sinn des Lebens. Mach uns mutig, Zeuge zu sein von dir.  

Stärke die Menschen, die anderen dienen, beruflich oder im Ehrenamt oder in der Nachbarschaft. Lass die Liebe wachsen unter uns.

Und wir bitten dich: Lass viele Menschen, erkennen, wie zerbrechlich und vergänglich diese Welt und ihre Sicherheiten sind – und dass du bleibst wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende.

In der Stille legen wir unsere persönlichen Anliegen vor dich: …

Dir sei Ehre heute und in Ewigkeit, durch unseren Herrn Jesus Christus, Amen

Elisabeth Küfeldt

Gebet am 2. April 2020

Das Gebet zum heutigen Tag wird/wurde um 12 Uhr auch in St. Gumbertus gebetet.

Ich lese Worte aus Römer 8:

Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein?
Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen?

Gott ist hier, der gerecht macht. Wer will verdammen?

Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt.

Wer will uns scheiden von der Liebe Christi?
Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert?

Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes
noch eine andere Kreatur
uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.

Guter Gott,
wir werden nicht verfolgt, aber es ist schwer für uns, soziale Kontakte zu vermeiden und von lieben Menschen getrennt zu sein.
Wir bitten dich:
wo gerade die Kraft fehlt, verleihe du Kraft und Ausdauer
wo gerade die Hoffnung schwindet, schenke du sie
wo gerade die Trauer überwiegt, gib du Trost
wo gerade die Angst lähmt, lass du Ruhe einkehren
wo gerade die Skepsis vorherrscht, schenke Mut zum Vertrauen
wo gerade die Krankheit die Oberhand gewinnt, gewähre Heilung
wo gerade der Zweifel übermannt, verleihe du Glauben.

In der Stille bringen wir vor dich, was uns sonst noch bewegt:

Stille

Wir beten gemeinsam mit den Worten, die dein Sohn uns gelehrt hat: Vater unser…

Und es segne und behüte euch der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, Amen.

Vikarin Janina Wölfel 

Gebet am 1. April 2020

Das Gebet zum heutigen Tag wird/wurde um 12 Uhr auch in St. Gumbertus gebetet.

Psalm 126: Der Herr erlöst seine Gefangenen

1 Ein Wallfahrtslied. 

Wenn der HERR die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden.

 2 Dann wird unser Mund voll Lachens und unsre Zunge voll Rühmens sein. Da wird man sagen unter den Völkern: Der HERR hat Großes an ihnen getan!

 3 Der HERR hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich. 

4 HERR, bringe zurück unsre Gefangenen, wie du die Bäche wiederbringst im Südland. 

5 Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. 

6 Sie gehen hin und weinen und tragen guten Samen und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben.

Allmächtiger Gott und Vater,

viele Menschen fühlen sich im Moment wie eingesperrt. Äußerlich durch die Vorschriften zum sozialen Abstand, innerlich durch Sorgen um Angehörige und  durch Mitleiden mit den schwer betroffenen Ländern.

Wir bitten dich: Erlöse uns!

Erlöse die Kranken und mach sie gesund.

Erlöse die Angstvollen und schenke ihnen Ruhe in dir.

Erlöse die Einsamen und schenke ihnen liebevolle Kontakte.

Erlöse die, die an deiner Güte oder deiner Nähe zweifeln und schenke ihnen den Frieden, der höher ist als alle menschliche Vernunft.

Erlöse unser Land und unsere Welt von dieser Krankheit und schenke den Wissenschaftlern gute Ideen.

Erlöse die, die über ihre Kräfte arbeiten müssen und schenke ihnen handfeste Unterstützung, aber auch neue Kraft von dir.

Uns alle stärke und stütze und beschenke mit deiner Nähe.

Amen

Pfarrerin Elisabeth Küfeldt

Gebet am 31. März 2020

Das Gebet zum heutigen Tag wird/wurde um 12 Uhr auch in St. Gumbertus gebetet.

Da wohnt ein Sehnen tief in uns, o Gott, nach dir, dich zu sehn, dir nah zu sein.
Es ist ein Sehnen, ist ein Durst nach Glück, nach Liebe, wie nur du sie gibst.       

Ja, so stehe ich vor Dir, Gott; suche Deine Nähe, Deinen Trost, Deine Hilfe.
Lass Dich spüren und lass mich aufatmen in schwerer Zeit.

1. Um Frieden, um Freiheit, um Hoffnung bitten wir.
In Sorge, im Schmerz sei da, sei uns nahe, Gott.

Das Virus umspannt die ganze Erde, Gott. Es bedroht zunächst die Gesundheit und das Leben vieler.
Wie betroffen hören wir von den vielen Todesfällen, gerade in Spanien und Italien. Jeder einzelne ein Mensch, der geliebt wurde und jetzt vermisst wird.
Es bedroht aber auch den inneren Frieden und die Freiheit in den Ländern, gerade auch in Ländern wie Polen oder Russland. Welche Einschränkungen in der Freiheit des Einzelnen sind (noch) angemessen? Wie lange gelten sie?

In allen Sorgen sei da, sei uns nahe Gott.

2. Um Einsicht, Beherztheit, um Beistand bitten wir. 
In Ohnmacht, in Furcht sei da, sei uns nahe, Gott.

Ja, wir bitten, dass niemand den Ernst der Lage verkennt und sich alle daran halten, sich und andere zu schützen. Wir bitten, dass beherzt alles Nötige getan wird und alle den Beistand bekommen, den sie brauchen. Bei uns und in anderen Ländern.
Wo Menschen an ihr Grenzen geraten, da sei Du nahe, Gott und schenke neu Kraft und Hoffnung!

3. Um Heilung, um Ganzsein, um Zukunft bitten wir.
In Krankheit, im Tod sei da, sei uns nahe, Gott.

Wo es möglich ist, Gott, da heile Du die, die vom Virus oder von übermäßiger Sorge infiziert sind.
Halte die Seele der Menschen geborgen in Deiner Hand, mache die Menschen heil, auch die, die nicht gesund werden können.

4. Dass du. Gott, das Sehnen, den Durst stillst, bitten wir.
wir hoffen, auf dich, sei da, sei uns nahe, Gott.

Du bist unsere Hoffnung, unser Licht und unser Heil.
daran halten wir fest, auch in dieser Zeit, und beten:

Vaterunser

Segen

Dieses Gebet greift auf den Liedtext von Eugen Eckert zurück, der als „Da wohnt ein Sehnen“ u.a. unter Nummer 074 im Liederheft „Kommt, atmet auf!“ veröffentlicht ist.

Gebet am 30. März 2020

Das Gebet zum heutigen Tag wird/wurde um 12 Uhr auch in St. Gumbertus gebetet.

Aus dem Brief des Paulus an die Philipper (Kapitel 4):

4 Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! 5 Eure Güte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe! 6 Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden! 7 Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren.

Gebet:

 Allmächtiger, ewiger Gott,

Wir danken dir, dass du uns nahe bist. Darin ist der Grund aller Freude, auch in Unsicherheit und Sorge.

Wir bitten dich: Schenke allen den Blick auf deine Nähe, die sich einsam und verlassen fühlen.

Schenke das Vertrauen auf deine Macht  denen, die vor lauter Sorgen keinen Ausweg sehen.

Schenke den Blick auf deine Liebe in Jesus allen, die  die an deiner Güte zweifeln.

Schenke deinen Heiligen Geist denen, die Kraft brauchen für ihren Dienst, in  der Pflege, in der täglichen Versorgung der Supermärkte, in den Familien, in der Politik.

Schenke uns allen immer wieder den Blick für das, was du uns schenkst in der Natur, in der Musik, in guten Gesprächen am Telefon, in einem guten Essen, in deinem Wort.

Wir bitten dich: Lass uns wachsen im Glauben, und schenke, dass wir deine Liebe auch in diesen Zeiten weitergeben können.

In der Stille legen wir unsere persönlichen Anliegen vor dich: …

Wir danken dir, dass du uns hörst und erhörst nach deiner Güte.

Amen

Gebet am 29. März 2020

Das Gebet zum heutigen Tag wird/wurde um 12 Uhr auch in St. Gumbertus gebetet.

Meine Zeit steht in deinen Händen.

Meine Zeit steht in deinen Händen.
Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir.
Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden.
Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.

Sorgen quälen und werden mir zu groß.
Mutlos frag ich: Was wird Morgen sein?
Doch du liebst mich, du lässt mich nicht los.
Vater, du wirst bei mir sein.

Meine Zeit steht in deinen Händen.
Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir.

Psalm 31

HERR, auf dich traue ich, lass mich nimmermehr zuschanden werden,
errette mich durch deine Gerechtigkeit!
Neige deine Ohren zu mir, hilf mir eilends!
Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir
helfest!
Denn du bist mein Fels und meine Burg,
um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen.
In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, HERR, du treuer Gott.
Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte, dass du mein Elend ansiehst und nimmst dich meiner an in Not
Du übergibst mich nicht in die Hände des Feindes;
du stellst meine Füße auf weiten Raum.
Ich, HERR, hoffe auf dich und spreche: Du bist mein Gott!
Meine Zeit steht in deinen Händen.
Amen

Herr, unser Gott,
du hältst unsere Zeit, unser Leben in deinen Händen.
Stärke unser Vertrauen darauf, dass wir Halt und Schutz bei dir finden.
In deine Hände legen wir unsere Sorgen und unsere Angst.
In deine Hände legen wir die Menschen,
die alt und krank sind und keinen Besuch bekommen können,
die um ihr Leben kämpfen,
die in den Krankenhäusern und Pflegeheimen bis zur Erschöpfung Dienst tun,
die sich um ein gutes Miteinander in den Familien mühen,
die in unserem Land für unsere Versorgung arbeiten,
die um ihre Existenz fürchten,
die verantwortlich sind in Politik und in Wissenschaft.

Dir befehlen wir uns an.
Schenk uns Kraft, Gelassenheit und Zuversicht in diesen Zeiten.
Gib uns Mut und Phantasie, wie wir einander begegnen und unterstützen können.
Amen

Gebet am 28. März 2020

Das Gebet zum heutigen Tag wurde um 12 Uhr auch in St. Gumbertus gebetet.

Ich lese aus Psalm 25: 

1 Von David. Nach dir, HERR, verlangt mich. 

2 Mein Gott, ich hoffe auf dich; lass mich nicht zuschanden werden, dass meine Feinde nicht frohlocken über mich.

3 Denn keiner wird zuschanden, der auf dich harret; aber zuschanden werden die leichtfertigen Verächter. 

4 HERR, zeige mir deine Wege und lehre mich deine Steige! 

5 Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich! Denn du bist der Gott, der mir hilft; täglich harre ich auf dich. 

6 Gedenke, HERR, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen sind. 

7 Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Übertretungen, gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit, HERR, um deiner Güte willen! 

8 Der HERR ist gut und gerecht; darum weist er Sündern den Weg. 9 Er leitet die Elenden recht und lehrt die Elenden seinen Weg. …

11 Um deines Namens willen, HERR, vergib mir meine Schuld, die da groß ist!…

20 Bewahre meine Seele und errette mich; lass mich nicht zuschanden werden, denn ich traue auf dich!

Foto: Christina Noe, Exerzitien/Geistliche Begleitung
 Foto: Christina Noe, Exerzitien/Geistliche Begleitung

Jesus,

du Heiland der Menschen,
ich empfehle deinem Schutz
die Menschen dieser Erde:
die vom Coronavirus infiziert sind,
die sich in Quarantäne befinden,
die sich ängstigen und unsicher sind,
die krank sind und besonderen Schutz brauchen,
die verzweifelt und einsam sind,
die um Angehörige trauern.

Jesus,
du Heiland der Menschen,
ich bitte dich
für alle, die sich im Gesundheitswesen mit großem Einsatz um Kranke kümmern,
für die Politiker und Politikerinnen in Deutschland und weltweit, die weitreichende Entscheidungen treffen müssen,
für die Wissenschaftlerinnen und Forscher, die sich intensiv um medizinische Hilfe bemühen,
für alle, die vor dem beruflichen und wirtschaftlichen Aus stehen,
für alle, die zuverlässig und einfallsreich helfen,
für uns – um das Vertrauen, dass du dich um jeden und jede von uns
sorgst und niemanden verlässt.

Amen.

Text und Foto: Christina Noe, Exerzitien/Geistliche Begleitung

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