Mittagsgebet für Montag, 27. April 2020

Das Gebet zum heutigen Tag wird/wurde um 12 Uhr auch in St. Gumbertus gebetet.

In diesen Tagen fallen die verschiedensten Gedenktage aus:  traurige und frohe, solche, die von öffentlichem Interesse und solche, die ganz privat sind.

Gestern z.B. war der Jahrestag der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl 1986.

Heute ist der Nationalfeiertag Südafrikas, der nach Überwindung der Apartheit als Tag der Freiheit begangen wird.

Wir Menschen gedenken anderer Menschen, denken an die, die uns wichtig sind. Wir gedenken Ereignisse, die Bedeutung für unser Leben, für unsere Welt haben.

In der Bibel lesen wir vom Gedenken Gottes. Gott gedenkt unser, er gedenkt seiner Barmherzigkeit.

Psalm 8

HERR, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen, der du zeigst deine Hoheit am Himmel! 
Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge / hast du eine Macht zugerichtet um deiner Feinde willen,

Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: 
was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? 

Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt. 

Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk, alles hast du unter seine Füße getan: Schafe und Rinder allzumal, dazu auch die wilden Tiere, die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Meer und alles, was die Meere durchzieht. HERR, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen!           

Psalm 25,6

Gedenke, HERR, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen sind.

Lukas 23

Der Schächer am Kreuz bittet:
„Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst!“
Die Antwort Jesu:
„Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“

Wir beten mit Worten des Psalms 25

Gedenke, HERR, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen sind.

Meine Augen sehen stets auf den HERRN; denn er wird meinen Fuß aus dem Netze ziehen. Wende dich zu mir und sei mir gnädig; denn ich bin einsam und elend. Die Angst meines Herzens ist groß; führe mich aus meinen Nöten! Sieh an meinen Jammer und mein Elend und vergib mir alle meine Sünden! Sieh, wie meiner Feinde so viel sind und zu Unrecht mich hassen. Bewahre meine Seele und errette mich; lass mich nicht zuschanden werden, denn ich traue auf dich!

Herr,
du bist treu und denkst an uns.

Wir bitten dich: 
Lass all unser Gedenken bei dir gut aufgehoben sein.
Erbarme dich unser, erbarme dich der Menschen, derer wir gedenken.

Wir denken vor dir an die Menschen, die krank sind, 
an die, die leiden, 
an die, die um einen lieben Angehörigen trauern.  
Steh ihnen bei und schenk ihnen Mut und Hoffnung.

Wir denken an die Ärzte und die Pflegenden:
Schenke ihnen Kraft und Gelassenheit und segne ihren Dienst.

Vor dir denken wir 

an die, die Unrecht und Gewalt in der Vergangenheit und in der Gegenwart erleiden:

an die Opfer von Rassismus und Völkerhass,

an alle, die um ihres Glaubens und um ihrer Überzeugung willen verfolgt wurden und werden.

Hilf, dass wir aus der Geschichte lernen und einander in Achtung und Frieden begegnen.

Vor dir denken wir an die, die Opfer von Umweltkatastrophen und Umweltzerstörung wurden und werden, und 
an die, die sich für die Bewahrung der Schöpfung einsetzen. 
Hilf, dass wir lernen, dass wir nur diese eine Erde haben und dass sie die Grundlage für unser Leben ist.

Vor dir denken wir an alle,
die öffentliche Verantwortung tragen, dass sie geduldig und beharrlich für das Recht und das Wohl anderer eintreten.

Wir denken vor dir an unsere Familien, Freunde, Kinder, Eltern und Nachbarn und bitten:
Lass uns auch über die Entfernung hin miteinander verbunden sein.

Gott, deine Treue ist groß.
Wenn wir dich aus dem Sinn verlieren,
dann erinnere dich an uns und uns an dich.

Gedenke, HERR, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen sind.

                                                           Amen

Pfarrerin Andrea Möller

Mittagsgebet für Sonntag, 26. April 2020

Das Gebet zum heutigen Tag wird/wurde um 12 Uhr auch in St. Gumbertus gebetet.

Gebet am Sonntag vom Guten Hirten (Misericordias Domini)

1. Weil ich Jesu Schäflein bin,
freu’ ich mich nur immerhin
über meinen guten Hirten,
der mich wohl weiß zu bewirten,
der mich liebet, der mich kennt
und bei meinem Namen nennt. 

2. Unter seinem sanften Stab
geh’ ich aus und ein und hab’
unaussprechlich süße Weide,
dass ich keinen Mangel leide;
Und sooft ich durstig bin,
führt er mich zum Brunnquell hin. 

3. Sollt’ ich denn nicht fröhlich sein,
ich beglücktes Schäfelein?
Denn nach diesen schönen Tagen
werd’ ich endlich heimgetragen
in des Hirten Arm und Schoß:
Amen, ja mein Glück ist groß!
                                               (EG 593)

Psalm 23

Der Herr ist mein Hirte, 
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue und 
führet mich zum frischen Wasser. 
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße 
um seines Namens willen. 
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, 
fürchte ich kein Unglück; 
denn du bist bei mir, 
dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch 
im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl 
und schenkest mir voll ein. 
Gutes und Barmherzigkeit 
werden mir folgen mein Leben lang, 
und ich werde bleiben 
im Hause des Herrn immerdar. 

            Amen

Aus Johannes 10

Christus spricht:
Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich mein Vater kennt; und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe.  … Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Was mir mein Vater gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann es aus des Vaters Hand reißen. 

Gebet

Lass uns zum Herrn, unserem guten Hirten, beten:

Für unsere Familie und unsere Freunde,
für alle, die uns anvertraut sind und um die wir uns sorgen,
lasst uns rufen: Herr, erbarme dich.

Für alle, die krank sind und mit dem Tod ringen,
lasst uns rufen: Herr, erbarme dich.

für unsere Verstorbenen, die Gott in die Ewigkeit abberufen hat, 
dass sie Frieden bei ihm haben. 
Für ihre Angehörigen, 
dass sie Hoffnung finden bei Gott und treu zueinander stehen,
lasst uns rufen: Herr, erbarme dich.

Für alle, die zur Zeit unter erschwerten Bedingungen Dienst für andere Menschen tun,
in den Krankenhäusern, in den Heimen, in den Gesundheitsämtern, in den Supermärkten, bei der Polizei, in den Kirchen und an vielen, vielen verschiedenen Orten,
lasst uns rufen: Herr, erbarme dich.

Für alle, die Verantwortung haben in der Gesellschaft,
deren Entscheidungen sich auswirken im Leben der Menschen,
lasst uns rufen: Herr, erbarme dich.

Für uns alle, 
dass wir aufeinander achten, einander bestehen
und durch dunkle Täler geleiten können,
lasst uns rufen: Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
wir bitten dich, unseren guten Hirten:
Leite und begleite uns auf unseren Wegen,
damit wir andere leiten und begleiten können in deinem Geist.

Amen

Pfarrerin Andrea Möller

Mittagsgebet für Freitag, 24. April 2020

Das Gebet zum heutigen Tag wird/wurde um 12 Uhr auch in St. Gumbertus gebetet.

Ich lese aus dem 1.Brief des Petrus , aus dem ersten Kapitel unter der Überschrift „Lebendige Hoffnung“

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, 

der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, 

zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch, 

die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereitet ist, dass sie offenbar werde zu der letzten Zeit. 

Dann werdet ihr euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, 

auf dass euer Glaube bewährt und viel kostbarer befunden werde als vergängliches Gold, das durchs Feuer geläutert wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn offenbart wird Jesus Christus. 

Ihn habt ihr nicht gesehen und habt ihn doch lieb; und nun glaubt ihr an ihn, obwohl ihr ihn nicht seht; ihr werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Ziel eures Glaubens erlangt, nämlich der Seelen Seligkeit.

Wir beten:

Heiliger Gott, lieber Vater im Himmel,

Anfechtungen gefallen keinem von uns, und trotzdem lässt du sie zu.

Wir bitten dich: Stärke und erneuere unsere Hoffnung durch den Blick auf die Auferstehung deines Sohnes. Du hast uns den Horizont weit aufgemacht, über den Tod hinaus schauen wir in die Herrlichkeit bei dir. Lass uns das nicht aus den Augen verlieren.

Stärke und erneuere unseren Glauben, durch deine spürbare Nähe, wenn so viel Distanz zwischen Menschen sein muss. Stärke unseren Glauben, wenn wir deine Hilfe nicht sehen, und lass unseren Glauben bewährt werden in diesen seltsamen Zeiten.

Stärke und erneuere unsere Liebe zu dir. Das können wir nicht selbst tun, darum bitten wir dich um deine Liebe. Du hast uns zuerst geliebt, du hast deine Liebe zu uns bewiesen in deinem Sohn – fülle uns mit deiner Liebe.

Stärke und erneuere unser Zeugnis, dass wir Menschen beistehen können, die Hilfe brauchen in Worten und Taten. Fülle unsere Zeit mit dem, was dir gefällt.

Erbarme dich über die Hoffnungslosen, die Kraftlosen, die Kranken und Sterbenden. Komm du ihnen zur Hilfe, du starker, gnädiger, liebevoller Gott.

Amen

Gemeinsam beten wir, wie Christus uns gelehrt hat: Vater unser…

Pfarrerin Elisabeth Küfeldt

Mittagsgebet für Donnerstag, 23. April 2020

Das Gebet zum heutigen Tag wird/wurde um 12 Uhr auch in St. Gumbertus gebetet.

Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat! (Hebräer 10,35)

Was heute der Lehrtext in unseren Losungen ist, war im vergangenen Jahr das Leitmotiv beim Schlussgottesdienst beim Kirchentag in Dortmund. Es wirkt schon ein bisschen wie aus einer anderen Zeit: 
Über 40 000 Leute im Dortmunder Westfalenstadion. Sie sangen von Vertrauen – zu Gott und zu sich selbst. Und Sandra Bils predigte:

Wir leben in Umbruchzeiten. Wie die Gemeinde des Hebräerbriefes. Das Alte trägt nicht mehr und das Neue suchen wir – und das birgt so viel Chancen.

Mal angenommen. Nur mal rein hypothetisch: Wir machen ernst damit! Mit dem Vertrauen. Wir glauben Jesus, dass weder die Siegerurkunde der Bundesjugendspiele, noch der Body-Mass-Index, noch unser Gehalt oder das, was wir pflichtbewusst auf die Reihe kriegen, über uns entscheiden. Wenn wir ihm das glauben, dann sind wir frei. Nur mal angenommen. Wir würden das echt durchziehen. Dieses Vertrauen, diese Unerschrockenheit aus dem Glauben. 

Vielleicht zeigt sich das in neuen Formen von Kirche: Kirche als rollende Frittenbude. Glaube, Liebe, Currywurst. Wenn wir vertrauen, kommen uns vielleicht ganz andere Ideen und Visionen als bisher.“

Als Sandra Bils predigte, hatte sie ganz andere Vorstellungen davon, welche Chancen diese Zeit für die Kirche und den Glauben haben könnte. Können wir auch jetzt davon sprechen? 

Corona hat auch Kirche verändert. Die neuen Formen sind jetzt nicht „Frittenbude“, sie heißen Andachten im Internet, Videokonferenzen, die Handzettel „Gedanken zur Woche“, Nachbarschafts-hilfe. Die Diakonie in Nürnberg bietet kurze einstündige Videofortbildungen an. Von Balkonen spielt Musik für Nachbarn und Passanten. Ich weiß nicht, wo das alles hinführt. Aber Ideen sprießen. Der Geist wirkt. Wir werfen unser Vertrauen einfach nicht weg!

Gebet:

Die Wege, Gott, die wir im Leben gehen und gehen müssen,
sind nicht immer leicht und eben.
Manchmal führen sie ins Leere, manchmal in Sackgassen,
manchmal durch dunkle Täler, manchmal durch trockene Wüsten.

Was wir gerade erleben, sind solche Zeiten.

Wir wären gerne durch diese Zeit, durch dunkle Täler und heiße Wüsten hindurch.

Und doch erleben wir auch immer wieder das Gute und Positive.

Wir erleben Engagement, Aufmerksamkeit, Hilfsangebote, Solidarität, Stärkungen, Zuspruch.

Wir sehen und erleben neue Ideen, neue Suche nach Dir, neue Wege auch in der Kirche.

Wir bitten Dich, dass all das weiter gestärkt wird.

Wir bitten Dich, dass Solidarität nicht in der Familie, nicht in der Nachbarschaft, nicht in der Stadt und nicht an den Landesgrenzen Halt macht, sondern die andere, neue Globalisierung wird: Globale Solidarität, weil die Krise global ist und wir spüren, dass wir sie auch nur zusammen bestehen.
Wir bitten Dich, dass wir neu teilen lernen: Geld, Zeit, Hilfe, Hoffnung und Vertrauen.

Sie Du unser aller guter Geist, der uns trägt und hält und bewegt.

So beten wir: Vaterunser … Segen

Thomas Meister 

Mittagsgebet für Mittwoch, 22. April 2020

Das Gebet zum heutigen Tag wird/wurde um 12 Uhr auch in St. Gumbertus gebetet.

Meine Hoffnung und meine Freude,

meine Stärke, mein Licht:

Christus meine Zuversicht,

auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht,

auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht.

Lesung aus Jesaja 40 (= Predigttext vom vergangenen Sonntag, Quasimodogeniti – wie die neugeborenen Kinder)

26 Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat all dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt. 
27 Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: »Mein Weg ist dem HERRN verborgen, und mein Recht geht an meinem Gott vorüber«? 
28 Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der HERR, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich. 
29 Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden. 30 Jünglinge werden müde und matt, und Männer straucheln und fallen; 
31 aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

Gebet

Herr, unser Gott,  Schöpfer der Welt, 
du hast an Ostern den Tod besiegt und das Leben neu geschaffen. Überwinde unsere Zweifel und stärke das Vertrauen zu dir.

Du willst, dass wir nicht am Boden gedrückt und niedergeschlagen sind. 
Hilf uns, dass wir immer auf dich harren und Zeichen deiner Nähe und Güte suchen und sehen, wo du uns Gutes getan und uns beschenkt hast.

Für all das Gute danken wir dir,
für liebe Worte und Aufmerksamkeiten, für unsere Gemeinschaft,
für Essen und Trinken;
für alles, was uns froh und heiter stimmt,
für deine wunderbare Schöpfung und 
für die Auferweckung Jesu von den Toten.

Christus, du bist unsere Hoffnung.

Wir bitten um Geduld:
Geduld bis zur nächsten Umarmung;
Geduld für die Menschen, mit denen wir zusammen leben;
Geduld in Krankheit und im Sterben.

Christus, du bist unsere Stärke.

Wir bitten um Kraft:
Kraft für alle Wanderungen durch finstere Täler;
Kraft für alle Beziehungen, die schwierig sind;
Kraft für alles, was wir tragen müssen;

Christus, du bist unser Licht.

Wir bitten um Klarheit:
Klarheit für alle, die Verantwortung tragen;
Klarheit für das, was wesentlich ist in unserem Leben;
Klarheit, damit wir den Weg zu Dir immer wieder suchen und finden.  

                                               Amen              

Pfarrerin Andrea Möller (nach einem Gebet von Pfarrerin Julia Arnold, Gottesdienstinstitut Nürnberg)

Mittagsgebet für Dienstag, 21. April 2020

Das Gebet zum heutigen Tag wird/wurde um 12 Uhr auch in St. Gumbertus gebetet.

Lesung: 1. Petr 1, 3-9

Gebet:

Heiliger und barmherziger Gott
noch sind wir in Starre gefangen,
noch sind unsere Augen gehalten,
aber du hast die Tore zum neuen Himmel weit geöffnet.
Du hast das neue, österliche Licht aufleuchten lassen

Du Gott des Lebens.

Wir bitten dich für die vom Coronavirus Infizierten und Erkrankten.
Breite deinen hellen Schein aus,
damit die Kranken Heilung finden.
Du Gott des Lebens.

Für die Sterbenden bitten wir dich, dass sie in dir geborgen sind
und die Trauernden Hoffnung finden.
Du Gott des Lebens.

Breite deinen hellen Schein aus,
damit deine Kirche gesehen wird,
damit sich der Glaube ausbreitet,
damit wir mutige und glaubwürdige Zeugen sind.

Du Gott des Lebens.
Noch sind wir in Starre gefangen,
aber du hast die Tore zum neuen Himmel weit geöffnet.
Nimm uns und alle, die zu uns gehören mit
durch deinen Sohn, den Auferstandenen.
Durch ihn loben wir dich und rufen:
Halleluja!
Du Gott des Lebens.

Vaterunser

Segen:
Der Herr Segne euch und behüte euch. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch Frieden.

Amen.

Pfarrer Dieter Kuhn

Mittagsgebet für Montag, 20. April 2020

Das Gebet zum heutigen Tag wird/wurde um 12 Uhr auch in St. Gumbertus gebetet.

FÜRBITTE
Herr,
wir glauben,
hilf unserem Unglauben.
Öffne unsere Augen, daß wir sehen;
wecke unseren Geist, daß wir erfahren,
was du schaffst unter denen, die auf dich hoffen.
Gott,
hilf uns,
daß wir nicht unguten Mächten verfallen;
daß unsere Worte
den Tag nicht verdunkeln,
nichts Böses anrichten,
niemandem wehtun
und keinem die Hoffnung nehmen;
daß sie vielmehr Freude machen
und aufatmen lassen,
soweit sie es vermögen.
Hindere uns,
Türen zu verriegeln.
Lehre uns
warten – zuhören – schweigen,
das rechte Wort sagen zur rechten Zeit,
damit Angst,
Mißtrauen
und Abscheu
unter uns überwunden werden,
und dein Reich komme.
Lebendiger Gott,
umfange uns alle
– Glückliche und Bedrückte,
Lebende und Sterbende –
mit deinem Leben.

Pfarrer Dieter Kuhn

Mittagsgebet für Samstag, 18. April 2020

Das Gebet zum heutigen Tag wird/wurde um 12 Uhr auch in St. Gumbertus gebetet.

Es gibt schon wirklich schräge Gedenktage. Es gibt eine Tag des Apfels, einen Weltpuzzletag oder sogar einen „Wenn-Haustiere-Daumen-hätten-Tag“. Morgen, am 19. April nun ist der Tag des Knoblauchs. Wie passend. Der richtige Tag um freiwillig mindestens 1,5 m Abstand zu halten.

Knoblauch spaltet die Gemüter. Die einen rümpfen angewidert die Nase, die anderen lieben ihn und preisen seine gesundheitliche Wirkung. Ist eben Einstellungssache, ob der Tag des Knoblauchs ein Tag zum Feiern oder zum Wehklagen ist.
Knoblauch ist freilich nicht erst seit den Dönerbuden in aller Munde. Auch die Bibel kennt ihn. Er taucht zum Beispiel in einer biblischen Geschichte der Wüstenwanderung auf. Im 4. Buch Mose, Kapitel 11 heißt es:
1 Und das Volk wehklagte vor den Ohren des HERRN, dass es ihm schlecht gehe. Und als es der HERR hörte, entbrannte sein Zorn, und das Feuer des HERRN loderte auf unter ihnen und fraß am Rande des Lagers. 2 Da schrie das Volk zu Mose, und Mose bat den HERRN; da verschwand das Feuer. 3 Und man nannte die Stätte Tabera, weil hier das Feuer des HERRN unter ihnen aufgelodert war. 4 Das fremde Volk aber unter ihnen war lüstern geworden. Da fingen auch die Israeliten wieder an zu weinen und sprachen: Wer wird uns Fleisch zu essen geben? 5 Wir denken an die Fische, die wir in Ägypten umsonst aßen, und an die Kürbisse, die Melonen, den Lauch, die Zwiebeln und den Knoblauch. 6 Nun aber ist unsere Seele matt, denn unsere Augen sehen nichts als das Manna.

Wenn’s einem schlecht geht, dann ist das Wehklagen sehr nah. In dieser Geschichte platzt deswegen Gott der Kragen. Es ist die dunkle Seite Gottes, die das Alte Testament immer wieder schildert. Nachzuvollziehen wäre es ja. Warum immer dieser Undank? Fragt er sich womöglich. Und ich kann mir vorstellen, dass Gott gar nicht mal wegen sich selbst so sauer ist. Er kennt ja seine Menschen allzu gut. Er weiß, wie sie eben sind. Ich glaube ja, dass er um der Menschen willen so sauer ist. Denn sie tun sich ja selbst nichts Gutes mit ihrem ständigen Wehklagen. Und im Verklären der Vergangenheit. “Alles wäre soo schön gewesen früher”. Aber rückwärtsgewandte Knoblauch-Gedanken führen auch nicht weiter. Drum: Gott ermuntert uns, die Aufgaben anzunehmen, die uns gestellt sind. Er ermuntert uns, mutig voraus zu schauen. Da wartet noch was auf uns. Etwas Gutes!

Lasst uns beten:
Gott, Du setzt Hoffnung in uns, 
lädst ein, Deine Gaben zu sehen und mutig voraus zu blicken.
So entdecke unsere Hoffnung deine Liebe.
wir bitten dich:
Erlöse uns von mancher Schwarzmalerei und Verschwörungstheorien,
befreie uns von mancher Tendenz, in allem nur das Schwere und Bedrohliche zu sehen,
lass uns die rückwärtsgewandten Knoblauch-Gedanken ablegen.
Führe uns über manche Enttäuschung hinaus, in denen wir uns verstecken vor allem, was wir eigentlich verantworten müssten.
Lass uns Vertrauen finden und Vertrauen schenken – und uns zur Liebe entschließen.
Gib uns das Vermögen, mit unseren Worten andere aufzurichten und Hilfe zu leisten mit dem, was wir ins Werk setzen.
Das bitten  wir für uns und für unsere Mitmenschen nah und fern.
In der Stille nennen wir Dir unsere ganz persönlichen Anliegen und die Menschen, die uns besonders am Herzen liegen:
Vater unser, Segen.

Pfarrer Thomas Meister

Mittagsgebet für Freitag, 17. April 2020

Das Gebet zum heutigen Tag wird/wurde um 12 Uhr auch in St. Gumbertus gebetet.

Ich lese die heutige Tageslese aus dem 24. Kapitel des Lukasevangeliums (Vv 36-48):
Als sie aber davon redeten, trat er selbst mitten unter sie und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken aber und fürchteten sich und meinten, sie sähen einen Geist. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken, und warum kommen solche Gedanken in euer Herz? Seht meine Hände und meine Füße, ich bin’s selber. Fasst mich an und seht; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, dass ich sie habe. Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen seine Hände und Füße. Da sie es aber noch nicht glauben konnten vor Freude und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen? Und sie legten ihm ein Stück gebratenen Fisch vor. Und er nahm’s und aß vor ihnen. Er sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Es muss alles erfüllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose und in den Propheten und Psalmen. Da öffnete er ihnen das Verständnis, dass sie die Schrift verstanden, und sprach zu ihnen: So steht’s geschrieben, dass der Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage; und dass gepredigt wird in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern. Von Jerusalem an seid ihr dafür Zeugen.

Herr unser Gott,
trotz aller unserer Furcht bist du doch bei uns. Du bist der lebendige Gott, stärker als der Tod, stärker als jede Macht der Welt. Wir loben dich!
Und weil du alle Macht im Himmel und auf Erden hast, bitten wir dich:
Erfülle uns mit deiner Gegenwart und schenke uns deinen Frieden. Lass uns Zeugen für dich sein, auch unter den begrenzten Möglichkeiten, die wir jetzt haben.
Hilf denen, die dich aus den Augen verloren haben und schenke ihnen den Blick auf dich.
Erbarme dich über die Kranken und Sterbenden. Schenke Linderung der Beschwerden und Heilung. Und wo du es anders beschlossen hast, schenke deine Nähe grade im dunklen Todestal.
Erbarme dich über alle, die ihre Angehörigen nicht besuchen dürfen, in den Heimen und zuhause und ganz besonders in den Kliniken. Sei du spürbar gegenwärtig in den Wohnungen und Krankenzimmern derer, die auf Besuch verzichten müssen.
Sei bei den Familien, die jetzt noch länger ihre Kinder zuhause beschulen sollen. Schenke ihnen Durchhaltevermögen und Geduld, schenke ihnen gute Ideen und die nötige Zeit für alles, was sonst an Arbeit zu bewältigen ist.
Besonders bitten wir dich heute für die Beratungen der Politiker und Kirchenvertreter über di Gottesdienstmöglichkeiten. Schenke ihnen bitte Weisheit.
In alledem bitten wir dich: Dein guter Wille geschehe.
In der Stille legen wir dir hin, was uns persönlich bewegt: …
Gemeinsam beten wir: Vater unser…

Pfarrerin Elisabeth Küfeldt

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