„Grüß Gott“ im Mai 2017

Pfarrerin Elisabeth Küfeldt

Pfarrerin Elisabeth Küfeldt

Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt. Kolosserbrief 4,6

Das ist ja ein steiler Satz! Allezeit freundlich – wer kann denn so was?!

Leicht fällt freundliche Rede ja z.B. in der Bäckerei: Ich verlange eine Butterbreze und einen Cappuccino – bekomme, was ich möchte, zwei freundliche Sätze dazu, alles gut. Das ist leicht.

Schwieriger wird’s schon beim Arzt: Ich verlange einen Termin, bekomme den erst in acht  Wochen, – da folgen eher zwei unfreundliche Sätze. Oder gar im Gespräch mit heranwachsenden Kindern; oder mit dem Arbeitskollegen, der so ganz anders denkt und arbeitet; oder …

Ganz zu Ende ist’s mit der freundlichen Rede aber oft, wenn die stressige Situation schon vorbei ist: Wenn wir unserem Ärger oder Frust freien Lauf lassen im Gespräch mit Gleichgesinnten. Was wird da gelästert, geschimpft, geurteilt.

Alles verständlich – aber mit welchen Folgen?! Die Fronten verhärten sich, das Gespräch bricht ab …

So soll es bei uns Christen nicht sein, sagt Paulus! Allezeit freundlich – das ist kein „Du hast recht und ich meine Ruhe“, auch kein „Ja und Amen“ zu allem (Un-)Möglichen, sondern durchaus herzhafte Rede, Stellung beziehen mit Kontur und Profil, eben „mit Salz gewürzt“. Und trotzdem freundlich! Auch mal unverdient freundlich zum unfreundlichen Gegenüber – im griechischen Urtext steht für „freundlich“ ein Wort, in dem „Gnade“ drin steckt.

Eine steile Forderung! Ganz bestimmt gut, aber so sehr das Gegenteil von dem, was von allein aus unserem Mund herausfällt. Da ist es gut, dass wir einen Gott haben, von dem es immer wieder heißt „denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich“ – von Seiner Freundlichkeit erwärmt und gesättigt, können wir immer wieder neu starten und Freundlichkeit weitergeben.

Das wünscht sich und Ihnen

Ihre Pfarrerin Elisabeth Küfeldt