Mittagsgebet für Freitag, 01. Mai 2020

Das Gebet zum heutigen Tag wird/wurde um 12 Uhr auch in St. Gumbertus gebetet.

Der heutige Tag der Arbeit wird ganz unterschiedlich erlebt: Während manche Menschen unter dem Zuviel an ungewohnter Arbeit und der Doppelbelastung von Kinderbetreuung und Beruf  stöhnen, sind andre unfreiwillig ausgebremst. Manche  merken in dieser Entbehrung grade besonders, dass ihre normale Arbeit ihnen nicht nur Mühe macht, sondern auch eine Menge an Befriedigung, Anerkennung und soziale Kontakte mit sich bringt.

Im biblischen Denken hatte Arbeit schon immer einen durch und durch positiven Wert. Gott selbst wird als Arbeitender vorgestellt in der Schöpfung. Durch sein Wort erschafft er die ganze Welt, mit seinen Händen formt er Adam aus Erde und Eva aus der Seite des Mannes. 

In der Bibel wird wohl die Mühe und oftmalige Vergeblichkeit der Arbeit beklagt, aber ursprünglich, im Kern ist das Schaffen etwas, was zu unserer Gottebenbildlichkeit gehört. Genauso, wie die Ruhe, Gottes krönendes Geschenk an die Schöpfung.

Ich lese aus dem 2.Mosebuch aus dem 20 Kapitel: 

Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligst.

Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun.

Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt.

Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn.

Ich bete mit Worten eines Kirchenliedes:

O Gott, du frommer Gott 

1) O Gott, du frommer Gott, du Brunnquell guter Gaben, 
ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben: 
Gesunden Leib gib mir und dass in solchem Leib 
ein unverletzte Seel und rein Gewissen bleib.

2) Gib, dass ich tu mit Fleiß, was mir zu tun gebühret, 
wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet. 
Gib, dass ichs tue bald, zu der Zeit, da ich soll, 
und wenn ichs tu, so gib, dass es gerate wohl.

3) Hilf, dass ich rede stets, womit ich kann bestehen; 
lass kein unnützlich Wort aus meinem Munde gehen; 
und wenn in meinem Amt ich reden soll und muss, 
so gib den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruss.

4) Findt sich Gefährlichkeit, so lass mich nicht verzagen, 
gib einen Heldenmut, das Kreuz hilf selber tragen. 
Gib, dass ich meinen Feind mit Sanftmut überwind 
und, wenn ich Rat bedarf, auch guten Rat erfind.

EG 495, 1-4

Pfarrerin Elisabeth Küfeldt