Geschichte

Sonnenuhr am Südturm mit dem 
Wappen der Ansbacher Marktgrafen
und der Stadt Ansbach. Über der 
Sonnenuhr: Baumeistermaske 

Sonnenuhr am Südturm mit dem 
Wappen der Ansbacher Marktgrafen
und der Stadt Ansbach. Über der 
Sonnenuhr: Baumeistermaske

Etwa im 7. Jahrhundert ließ sich ein Siedler namens Onold im Tal des nach ihm benannten Baches nieder und wurde Namensgeber von Ansbach (früher Onoldsbach). Ersten greifbaren Hinweis auf die Entstehungsgeschichte der heutigen mittelfränkischen Regierungshauptstadt bildet  eine nicht datierte Urkunde aus der Zeit von Papst Zacharias (741-752), worin dieser sich beim fränkischen Edelfreien Gumbertus (Gumpert) um 748 für den Bau eines Marienklosters am Zusammenfluß der Rezat und des Onoldsbaches bedankt.

Eingang in die Sakristei

Eingang in die Sakristei

Mit Beginn des 15. Jahrhunderts dachte man an eine Erweiterung von St. Johannis, die zwischen 1410 und 1413 von Westen her begonnen wurde. Es entstand eine einfache gotische Hallenkirche (Staffelhalle) mit Zellengewölbe im Mittelschiff, einfachem Kreuzgewölbe in den beiden Seitenschiffen und zwei Seitentürmen verschiedener Höhe: ein Bau, wie er in der zweiten Hälfte des 15. Jh. in Deutschland öfter wiederkehrt. Als Baumeister gelten die Steinmetzen Endres Emhart (Embhart) und Wilhelm Kreglinger, wobei aber nur letzterer urkundlich erwähnt ist.

Zur Baugeschichte der Türme ist aufschlußreich, daß im Erdgeschoß des Südturmes nur ein Kreuzgewölbe vorhanden ist, was erkennen läßt, daß dessen Bauzeit früher liegt, als die des Nordturmes mit seinem Netzgewölbe. Langhaus und Chor der Kirche entstanden in einer Bauphase, da in beiden die Struktur des Netzgewölbes einheitlich durchgeführt ist.

Blick vom Chorraum durch das Langhaus zur Orgelempore

Blick vom Chorraum durch das Langhaus zur Orgelempore

Wichtig für die Geschichte der Kirche ist das Jahr 1435, als Westgiebel und Langhaus bereits fertiggestellt, die Orgel gestiftet und die Glocke auf dem Südturm geweiht waren. Ein Seitenschiff diente vor dem Chorbau bereits dem Gottesdienst, wobei 1436 Kapital „zu unser Frauen Bild“ und 1440 eine Pfründe mit Messe auf „Unser Liebfrauen Altar“ nachweisbar sind.

Anschaulichstes Dokument zum Chorbau ist an dessen Ostseite die Inschrift des Grundsteines die folgendermaßen lautet: „anno domini 1441 jar an dem palmtag legt man den ersten stein an diesem chor“. Da der Chor erst 17 Jahre später fertiggestellt wurde, erfolgte die feierliche Weihe der Kirche erst 1458, während man am Nordturm noch bis 1508 weiterbaute.